Dass die Debatte um 50+1, mindestens emotional aufgeladen ist, wenn nicht sogar
eine Art Glaubenskrieg darstellt war vorher klar. Das auf einmal mit doch
deutlicher Mehrheit dafür gestimmt wird, war auch nicht wirklich zu erwarten.
Das bei Beibehaltung der Regel der FC Bayern (der einzige Verein der eigentlich
keine Großinvestoren braucht) am lautesten heult war ebenfalls zu erwarten,
aber das ein Rummenigge derart primitive Schläge austeilt war nicht zu erwarten.
Aber mal in Reihenfolge, was ist passiert?
Aber mal in Reihenfolge, was ist passiert?
- Die DFL kündigt an, man müsse noch mal grundsätzlich über 50+1 reden…
- Die ohnehin zusammengerückten Fanszenen Deutschlands gehen völlig zu Recht auf die Barrikaden
- Eine 30 Meter lange Rolle mit Unterschriften wird Hr. Rauball übergeben
- Es wird über den Verbleib von 50+1 abgestimmt und am Ende steht es 18 : 4 FÜR 50+1
Eine krachende Niederlage für alle Gegner dieser Regel.
Nun könnte man noch mal darüber philosophieren wer wie abgestimmt hat und warum, aber das klemmen wir uns mal. Abgesehen von Fürth gab es da ohnehin wenig Überraschungen. Aber was passierte dann?
Wie zu erwarten brüllen die Bayern als erstes in jedes vorhandene Mikrofon. Federführend für die 50+1 Seite agierte der Vorsitzende eines Hamburger Kackvereines (ganz neutral ausgedrückt) namens Sankt Pauli. Ein Verein der an sich immer den Antikommerziellen Revoluzzer spielt und ich glaube der am „besten“ vermarktete Verein Deutschlands ist… Aber lassen wir das. Der moralische Zeigefinger Fußballdeutschlands (sexistische Werbung pfui! -> Striploge im Stadion? Voll OKAY! Oder gegen Faschismus auftreten und eine Fanszene tolerieren die tausendfachen Mord feiert und Leuten wegen ihrer Berufswahl aufs Maul haut?) .
Wir schweifen ab ;-) Kommen wir zurück auf Herrn Rummenigge, dieser stellt sich doch tatsächlich hin und gibt folgendes zum Besten
„Mit der Frankfurter Abstimmung hat man sich den Ast, an dem die Wettbewerbsfähigkeit hängt, ansägen lassen – und zwar durch einen mäßigen Zweitligisten, das bitte nicht vergessen!“.
Dieser mäßige Zweitligist hat aber genauso ein Recht dort mitzureden wie, der auch nicht immer erfolgreiche, FC Bayern. Sicher Rekordmeister – Alleinunterhalter in Deutschland, teilweise sogar in Europa. Aber auch ein FC Bayern würde sich alleine in einer Liga langweilen und ohne zweite Liga (für die Herr Rummenigge noch nie ein gutes Wort übrig hatte) würde auch dem FC Bayern die ein oder andere Talentschmiede fehlen aus der man fleißig abwerben kann, mit dem eigenen Nachwuchs funktioniert es ja doch nicht so gut.
Und immerhin ist dieser mäßige Zweitligist (den wir hier größtenteils auch kacke finden) vom Livepublikum immer noch beliebter als so mancher Erstligist in der Spanischen Liga. Die so ganz nebenbei bemerkt ja immer als vermarktungsparadies rausgeholt wird (und sowas von ungerecht ist und relativ wettbewerbsfrei stattfindet).
Auch ein Bayer sollte letztendlich erkennen dass er rein demokratisch einen vor den Bug bekommen hat und letztendlich müssen auch die Bayern hin und wieder mal Niederlagen einstecken können ohne wie Kind zu heulen dem man den Lolli geklaut hat. Darüber hinaus sollte Hr. R. vielleicht einfach mal die Fans und Mitglieder des Vereins fragen bei dem er angestellt ist was diese wollen. Ich wette das Ergebnis ist ähnlich ernüchtern für ihn. Und nun zu guter Letzt: Wenn uns doch England, Spanien, Italien und Co. finanziell so abhängen... wieso kommt dann Bayern (ok manchmal auch die schwach gelben aus Doofmund) in der CL immer recht weit und gewinnt diese sogar gelegentlich?
Denn: Deutschland verfügt über mindestens DREI wunderbar zu vermarktende Ligen, für die uns das Ausland beneidet. Volle Stadien, relativ spannenden Wettbewerb (man beachte aktuell Liga II) und genau das ist es was diesen Sport ausmacht, nicht das Milliardengescheffel was sich KHR und Co wünschen.
Thorsten
Zugegeben nicht ganz neutral ;-)
Zugegeben nicht ganz neutral ;-)
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