Montag, 26. März 2018

Was erlauben Rummenigge?


Dass die Debatte um 50+1, mindestens emotional aufgeladen ist, wenn nicht sogar eine Art Glaubenskrieg darstellt war vorher klar. Das auf einmal mit doch deutlicher Mehrheit dafür gestimmt wird, war auch nicht wirklich zu erwarten. Das bei Beibehaltung der Regel der FC Bayern (der einzige Verein der eigentlich keine Großinvestoren braucht) am lautesten heult war ebenfalls zu erwarten, aber das ein Rummenigge derart primitive Schläge austeilt war nicht zu erwarten.
Aber mal in Reihenfolge, was ist passiert?

  1. Die DFL kündigt an, man müsse noch mal grundsätzlich über 50+1 reden…
  2. Die ohnehin zusammengerückten Fanszenen Deutschlands gehen völlig zu Recht auf die Barrikaden
  3.  Eine 30 Meter lange Rolle mit Unterschriften wird Hr. Rauball übergeben
  4. Es wird über den Verbleib von 50+1 abgestimmt und am Ende steht es 18 : 4 FÜR 50+1
    Eine krachende Niederlage für alle Gegner dieser Regel.

    Nun könnte man noch mal darüber philosophieren wer wie abgestimmt hat und warum, aber das klemmen wir uns mal. Abgesehen von Fürth gab es da ohnehin wenig Überraschungen. Aber was passierte dann?
    Wie zu erwarten brüllen die Bayern als erstes in jedes vorhandene Mikrofon. Federführend für die 50+1 Seite agierte der Vorsitzende eines Hamburger Kackvereines (ganz neutral ausgedrückt) namens Sankt Pauli. Ein Verein der an sich immer den Antikommerziellen Revoluzzer spielt und ich glaube der am „besten“ vermarktete Verein Deutschlands ist… Aber lassen wir das.  Der moralische Zeigefinger Fußballdeutschlands (sexistische Werbung pfui! -> Striploge im Stadion? Voll OKAY! Oder gegen Faschismus auftreten und eine Fanszene tolerieren die tausendfachen Mord feiert und Leuten wegen ihrer Berufswahl aufs Maul haut?) .
    Wir schweifen ab ;-) Kommen wir zurück auf Herrn Rummenigge, dieser stellt sich doch tatsächlich hin und gibt folgendes zum Besten

    „Mit der Frankfurter Abstimmung hat man sich den Ast, an dem die Wettbewerbsfähigkeit hängt, ansägen lassen – und zwar durch einen mäßigen Zweitligisten, das bitte nicht vergessen!“.

    Dieser mäßige Zweitligist hat aber genauso ein Recht dort mitzureden wie, der auch nicht immer erfolgreiche, FC Bayern. Sicher Rekordmeister – Alleinunterhalter in Deutschland, teilweise sogar in Europa. Aber auch ein FC  Bayern würde sich alleine in einer Liga langweilen und ohne zweite Liga (für die Herr Rummenigge noch nie ein gutes Wort übrig hatte) würde auch dem FC Bayern die ein oder andere Talentschmiede fehlen aus der man fleißig abwerben kann, mit dem eigenen Nachwuchs funktioniert es ja doch nicht so gut.
    Und immerhin ist dieser mäßige Zweitligist (den wir hier größtenteils auch kacke finden) vom Livepublikum immer noch beliebter als so mancher Erstligist in der Spanischen Liga. Die so ganz nebenbei bemerkt ja immer als vermarktungsparadies rausgeholt wird (und sowas von ungerecht ist und relativ wettbewerbsfrei stattfindet).      

    Auch ein Bayer sollte letztendlich erkennen dass er rein demokratisch einen vor den Bug bekommen hat und letztendlich müssen auch die Bayern hin und wieder mal Niederlagen einstecken können ohne wie Kind zu heulen dem man den Lolli geklaut hat. Darüber hinaus sollte Hr. R. vielleicht einfach mal die Fans und Mitglieder des Vereins fragen bei dem er angestellt ist was diese wollen. Ich wette das Ergebnis ist ähnlich ernüchtern für ihn. Und nun zu guter Letzt: Wenn uns doch England, Spanien, Italien und Co. finanziell so abhängen... wieso kommt dann Bayern (ok manchmal auch die schwach gelben aus Doofmund) in der CL immer recht weit und gewinnt diese sogar gelegentlich?

    Denn: Deutschland verfügt über mindestens DREI wunderbar zu vermarktende Ligen, für die uns das Ausland beneidet. Volle Stadien, relativ spannenden Wettbewerb (man beachte aktuell Liga II) und genau das ist es was diesen Sport ausmacht, nicht das Milliardengescheffel was sich KHR und Co wünschen.
Thorsten
Zugegeben nicht ganz neutral ;-)

Freitag, 16. März 2018

Ey Ultras aller Städte: HÖRT AUF ZU HEULEN!


Geht es euch nicht auch gepflegt auf die Eier? Zu jedem von Seiten des Verbandes oder der Polizei abgelassenen Pfurz gibt es eine seitenlange Stellungnahme – die eigentlich nur die interessieren kann die auch dabei waren – und es wird fleißig mit dem Finger auf die böse böse Unterdrückerseite gezeigt.
Es nervt! Eine Bewegung die es sich selbst auf die Fahnen geschrieben hat Freiräume zu erkämpfen und Grenzen zu überschreiten macht sich unglaubwürdig wenn sie ständig rumjammert.
Wer Ordnerketten durchbricht muss sich nicht wundern wenn es, als Dank dafür, einen auf die Nase gibt. Gleichzeitig wird aber propagiert, dass eine gewisse Wehrhaftigkeit gegen Staatsgewalt (wozu ja meistens auch der private Ordnungsdienst gezählt wird) von Nöten ist.
Wer sich gegen etwas auflehnt, dass der aktuellen Norm entspricht (und gegen Gesetze verstößt) muss mit Gegenwind rechnen. Und das die Cops und die Verbände nicht mit Wattebauschen werfen ist wohl logisch. Wenn euer Haufen angegriffen wird, wehrt ihr euch mit „ey lass das!“ (ok bei den neuen HipsterinRöhrenJeansUltras könnte das passieren) oder haut ihr den gegenüber einfach auf die Fresse um eure Fahne zu verteidigen?
Diese Jammerkultur passt nicht, auf der einen Seite dem DFB den Krieg erklären und dann heulen weil der eben provozierte Herrscher anfängt zu beißen?
Versteht uns nicht falsch, wir wollen nicht dass alles stumm hingenommen wird, ganz im Gegenteil! Wir wollen Zähne zeigen! Wir wollen, dass ein System zu wackeln beginnt und es endlich wieder etwas freiere Kurven gibt und der Sport Fußball als das erhalten wird was er eigentlich seien sollte.
ABER es kann nicht sein das nach jeder Regelübertretung rumgeheult wird. Es ist richtig, dass der Staat Recht und Gesetz einhalten muss. Wird die Polizei angegriffen MUSS sie sich zur Wehr setzen! Genauso sollte der Verband darauf achten, dass durch die Vereine, die aufgestellten Regeln eingehalten werden, weil diese sonst als völliges absurdum geführt werden.

Auf der anderen Seite muss öffentlich gemacht werden, wenn die Gegenseite ihre Befugnisse überschreitet. Aber dann muss darüber ehrlich und relativ neutral berichtet werden. Wie oft lesen wir Stellungnahmen von völlig ungerechtfertigten Übergriffen von Seiten der Polizei, und hinterher erfahren wir, dass zuvor ein Angriff auf eben diese erfolgte. Das ist sinnbefreit und kontraproduktiv! Darüber hinaus liegt das Problem in großen Polizeieinsätzen darin, dass die Ursache meistens (nicht immer) durch das Verhalten der entsprechenden Szenen vorher begründet wurde.

Beispiel: Niemand von uns hat gejammert als die Blauen uns in Halle gekesselt haben und ein Riesenpolizeiapparat uns jegliche Bewegungsfreiheit einschränkte, immerhin gab es sehr sehr oft teils heftige Auseinandersetzungen mit den Rot-Weißen.

Auch die Schalker, die gerne über die (ziemlich schwachsinnigen) Anreisebeschränkungen bei den verhassten Schwarz-Gelben heulen vergessen gerne, dass man sich bei jeder Gelegenheit auf die Fresse haut. Klar könnte man jetzt differenzieren und sagen „es machen ja nur wenige mit“. Ist auch so. Aber die „normalen“ Fans halten sich in der Regel an die Angaben der Polizei, während die am lautesten schreienden immer die sind, welche es auch tatsächlich einschränken sollte – bzw. die vielleicht ja wirklich eine Gefahr darstellen.

Unser Lieblingsbeispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Die unangemeldete Demo von Teilen der St.Paulifans. Niemand meldet an und die Cops lassen sie trotzdem ziehen. Die Route wird von der Polizei vorgegeben (welche Gründe die für die Route haben spielt ja keine Rolle), man willigt ein und läuft los. Dann versucht man auszubrechen und von der Route abzuweichen und beschwert sich im Anschluss darüber das die Bullen gewaltsam reagiert haben? NACHDEM! Sie mit Gegenständen beworfen wurden und körperlich angegangen wurden? (Haben Videos von der gesamten Demo vorlegen – also redet euch nicht raus ;-) ). Ich finde es ok seine Meinung auf die Straße zu bringen, es ist auch – wenn alle Bescheid wissen – nachvollziehbar das man vllt versucht auszubrechen, aber dann muss man auch damit rechnen voll auf die Glocke zu bekommen  und sollte anschließend nicht von Repression faseln, denn rein rechtlich hätte man die Demo gar nicht erst loslatschen lassen müssen.

Oder: Erst zeigt man beleidigende Spruchbänder, die teilweise strafrechtlich relevant sind, im nächsten Moment wundert man sich warum der Verein kontrollieren will was in SEINEM Stadion gezeigt wird... Ihr lasst doch auch niemand Beleidigungen gegen euch in eurem Wohnzimmer aufhängen.

In unseren Augen ist dieses ewig rumgejammere auch ein Zeichen von Schwäche. Wir machen uns selbst schlecht wenn wir uns hinstellen und auf die böse Repressionen zeigen. Ja, es ist gerade als Auswärtsfahrer nicht immer lustig. Aber sind wir mal ganz ehrlich, 90% der Fahrten verlaufen völlig entspannt wenn man sich an entsprechende Spielregeln hält. Hat man Bock Material zu ziehen muss man mit den Konsequenzen rechnen und nicht hinterher über ein Stadionverbot jammern, denn das gab es dann zurecht. Darüber hinaus betrachten wir es zumindest als Kompliment, wenn man es für wert erachtet uns zu bekämpfen. Schließlich erkennt man wahre Größe immer an der Anzahl seiner Feinde und nicht an der Lautstärke seines geflennes.

 

+++50plus1bleibt +++

Wir kopieren einfach mal die Stellungnahme von www.50plus1bleibt.de - wir haben dieser wenig, bis gar nichts, hinzuzufügen!


Das Präsidium der DFL hat die 50+1-Regel grundsätzlich zur Diskussion gestellt.

Wir, Fanclubs, Fangruppen und Verbände aus ganz Deutschland, beziehen dazu klar Stellung:

Der Fußball bringt jede Woche hunderttausende unterschiedliche Menschen zusammen. Er gehört keinen Einzelpersonen, Unternehmen oder Investoren. Er gehört uns allen und darf nicht noch mehr zum Spielball einiger Weniger werden.
Der Wegfall oder eine zur Diskussion stehende weitere Lockerung der 50+1-Regel würde den Fußball grundlegend verändern. Der Wettbewerbsdruck würde sich für alle Clubs unweigerlich erhöhen. Die Finanzkraft mancher Eigentümer wäre plötzlich wichtiger als die solide und erfolgreiche Arbeit Anderer.
Am Ende geht es um noch mehr Geld, das an die immergleichen Profiteure durchgereicht wird. Für uns Fans wird der Fußball dadurch nicht besser und seine gesellschaftliche Verantwortung dadurch nicht gestärkt. Im Gegenteil.
Viel wird über die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga diskutiert. Doch möchten wir uns wirklich an wahnsinnigen Summen in Paris und einem verrückt gewordenen Markt in England orientieren?
Anstatt eine Grundsatzdebatte darüber zu starten, dass sich der Profifußball in vielen Aspekten immer mehr von der Lebensrealität der normalen Leute entfernt, wird die 50+1-Regel grundsätzlich in Frage gestellt.
Doch wir lassen uns 50+1 nicht nehmen.
50+1 bleibt!


Wenn Ihr die Aktion mit eurem Fanclub noch nicht unterzeichnet habt, dann tut es! Aktuell sind es 2122 (Stand: 16.03.2018 07:52) die mit zeichnen.... Da geht noch mehr ;-)


Quelle:
https://50plus1bleibt.de/

der verdammte Deal...

  Eine wichtige Sache im Vorwege: Wir sprechen nicht für eine Szene, sondern lediglich für Einzelpersonen. Natürlich müssen auch wir uns...