Mittwoch, 19. November 2014

Ein paar Gedanken zum Thema "Hooligans gegen Salafisten"


Achtung jetzt wird’s politisch. Und ja wir wollten uns immer davor drücken aber die E-Mails (an die 200 müssten es mittlerweile sein) der letzten Wochen zwingen uns dazu jetzt zu Antworten.
An der Stelle auch mal schöne Grüße an den Herrn vom Stern mehr als diese Antwort hier wirst du niemals bekommen ;-).
 
Wir werden oft gefragt warum wir nicht offen als Unterstützer von HoGeSa /Gemeinsam sind wir stark auftreten. Das ist relativ einfach, weil wir da nichts Unterstützens wertes sehen.

Es ist unser Grundsatz sich nicht politisch im Namen der Gruppe zu engagieren.
Dies geht allein schon nicht auf Grund der politischen Vielfalt die sich über die Jahre bei uns gebildet hat. Auch wenn es einige nicht wahrhaben wollen wir sind kein Sammelbecken von Nazis, sondern haben linke, grüne, unpolitische, AfD Wähler, die Partei Unterstützer usw dabei. Halt wie unsere Gesellschaft von allem ein bisschen.
Von der Gruppenpolitik abgesehen haben diverse Gespräche in der Gruppe erwiesen das sich keiner von uns privat dazu aufraffen könnte diesen Haufen zu unterstützen. 

Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einem liegt es an der bloßen Außenarstellung der Gruppe. Sich allein Hooligans zu nennen, obwohl wirklich ernsthafte kaum bis gar nicht dabei sind, wirkt schon ein wenig wie das postpubertäre Image eines möchtegern Gangsters.
Darüber hinaus findet eine Inhaltliche Auseinandersetzung mit der ganzen Nummer nicht wirklich statt. 
 

Wir denken jeder Mensch mit mehr als einer Hirnzelle lehnt Extremismus, gerade wenn er auf eine solch mittelalterliche Art entsteht, entschieden ab.
Aber sich in alle Öffentlichkeit zu stellen und stumpfes „Ausländer raus“ von sich zu geben löst das Problem nicht wirklich und zeigt das man es auch nicht verstanden hat.
Vor allem wenn man mittlerweile den Eindruck bekommt das der radikalste Teil der Salafisten Szene deutsch ist.
Nicht jeder Moslem ist Salafist, nicht jeder Moslem lehnt unsere Wertegesellschaft ab. Und nicht jeder Muslim ist schlecht oder gar Terrorist.

Diese Differenzierung findet z.B. n der Facebookgruppen so gut wie gar nicht statt. Auch wir stehen natürlich (und das durch die komplette Gruppe) gegen religiöse Fanatiker, machen aber durchaus einen Unterschied ob man alle Menschen einer Herkunft verteufelt oder sich um radikale kümmert. Übrigens ist auch nicht jeder Mensch aus dem arabischen Raum Moslem…

Der Eindruck der auf uns entstanden ist, ist das diese Gruppe sich mehr daraus macht einen auf dicke Hose zu machen, stumpfe dumme Stammtischparolen von sich zu geben und einen Platz sucht in dem sie unter massivster medialer Präsenz Dosenbier vernichten kann.
Da uns einige Mitglieder, aus dem Stadion, teilweise noch der Schulzeit, der Führungsriege der ersten HoGeSa "Generation" persönlich bekannt sind kommt der nächste Punkt an dem wir sagen, so geht’s gar nicht.
Wenn völlig gescheiterte Persönlichkeiten, die versucht haben sich an alle möglichen Subkulturen anzudocken, eine Protestbewegung ins Leben rufen kann das in der Regel nur in die Hose gehen.

Die Beiträge die eben im Internet von diesen Personen verbreiten werden deuten auch eher darauf hin das es sich bei vielen der Teilnehmer um, drücken wir das mal höflich aus, „beim denken benachteiligte“ handelt.

Wir sind mit Sicherheit die letzte Gruppe die hier einen „gegen rechts“ oder „gegen links“ Text verfasst, aber ein gewisses Maß an Intelligenz sollte man von einer Protestbewegung die den Vorsatz hat Deutschlandweit zu agieren schon erwarten.

Vor allem wer sich öffentlich Hooligans nennt sollte in der Lage sein randalierende Subjekte von der eigenen Veranstaltung zu entfernen.

Jeder Nachrichtenbeitrag der Demoausschnitte dieses Haufen zeigt wirkt so dermaßen Surreal das man sich zwangsläufig fragt ob man nicht bei „switch“, der „heute show“ oder „Circus Halligalli“ gelandet ist... Satire pur.

Der Auftritt in Dortmund zeigt wie wenig Konzept dahinter stand.
Sich auf ner Treppe zu einem Gruppenfoto zu verabreden, ein paar Schals in die Luft zu halten und dumme Sprüche von sich zu geben hat mit Protest wenig zu tun und wirkt auf umstehende eher verstörend. Ist aber gefundenes Fressen für die Presse.
Was in Köln passiert ist dürfte sowieso nicht zu erklären sein.
Jeder Mensch der einmal auf einer Demonstration war dürfte wissen das sich allein die Worte Demo und Alkohol schlecht verbinden lassen.
Das dumpfe Randalieren (zugegeben von einem kleinen Teil der Gruppe) ist auch nicht unbedingt zielführend wenn man Inhalte verkaufen möchte.
Jedoch konnte der geneigte Beobachter dieser  Veranstaltung da auch keine finden.
Sich auf einem Bahnhofsvorplatz zu versammeln und „Deutschland“ singen als wäre es ein WM Spiel wird auch auf den erklärten Gegner wenig Eindruck gemacht haben.

Vielleicht sollte gerade die Leute die den „Spaß“ organisieren sich mal Gedanken darüber machen welche Aussendarstellung eben eine solche Bewegung hat. Zum einen der bescheuerte Name, zum anderen die verwendeten Symbole und zu guter letzt das Auftreten der Teilnehmer und deren teilweise abstrusen Texte im Netz. Wie soll man vorbeigehenden Passanten erklären das man hier (in seinen Augen) die Ehre seines Landes verteidigt in dem Mann besoffen Polizeiwagen umwirft?

Wer zum Henker soll da glauben dass die Salafisten schlimmer sind?

Mal ganz davon abgesehen: Merkt ihr eigentlich was für ein Bild von „Fußballfans“ ihr in aller Öffentlichkeit abgebt? Ein Großteil der Öffentlichkeit war an dem Punkt wo es diverse Medienberichte nicht mehr geglaubt hat und jetzt kommt eure Gruppe und reißt von der öffentlichen Wahrnehmung alles wieder ein.

Da wird kein Unterschied gemacht ob es sich um Versager in der eigenen Fanszene handelt die Aufmerksamkeit brauchen, da werden brav alle über einen Kamm geschert.  

Wir sind uns sicher das dieser Text hier durchaus seine Antworten bekommt und möchten an der Stelle zum denken anregen:

Macht euch Gedanken wir ihr den Kampf gegen religiösen Extremismus (der zweifelsfrei notwendig ist) auf ein vernünftiges, für die Öffentlichkeit tragbares Level bringt. Und wenn ihr ernsthaft eine solche Bewegung führen wollt setzt euch inhaltlich (!!!!) damit auseinander. Wie wärs wenn einfach mal Kontakt aufgenommen wird zu Personen die diese Religion in gesitteter Art und Weise leben?
BW02 Sek. Duisburg
November 2014

Montag, 3. November 2014

Bericht: VfL Bochum 1848 - TSV 1860 München

Zuschauer: 15607 (ca. 2000 Gäste)
 
 
VfL Bochum gegen 1860 München oder wie sich später herausstellen sollte… 3x Schrott.

Mit einer gut gelaunten, zum Teil etwas verschlafenen Reisegruppe, ging es mit 3 Mann (nein die  zählen nicht als Schrott ;-) ) aus Hamburg ins Herzen des Ruhrgebiets nach Bochum. Die Anreise verlief schnell wie unspektakulär und man konnte während der Anreise den ersten Sieg verbuchen, watt überholt mich auch der dusseliger Holländer.. Und keine Sorge es blieb bei ein wenig, nennen wir das mal großzügig, Motorsport. Mit Frank Goosen im Ohr den einen oder anderen Lacher auf der Zunge stellten wir die Karre am Bochumer Stadtpark ab.

Da sahen wir den ersten Trümmerhaufen. War nicht mehr so schlimm wie kurz nach Pfingsten sah aber immer noch übel aus. Bei Astreinen Sommerwetter (im November) ging es mit kurzer Hose, bescheuertem Hut und T-Shirt erstmal anne Currywurst. Eines der wenigen Highlights des Tages.

Wurst weggehauen ab ins Ruhrstadion. Die Stimmung bis dahin eigentlich recht entspannt. Alle rechneten fest mit einem weiteren 1:1.

Ein bisschen gepöbel vor dem Spiel, auf Bochumer Seite ein gezocktes 60 Banner, diese konterten mit Bayernpulli und Schal.

 

Kurz vor Anpfiff etwas Rauch im Gästeblock, ansonsten recht ordentlich was an Fahnen dabei die Gäste aus Bayern. Bochum hatte die üblichen Fahnen in der Ostkurve.

 

Die Stimmung war die ersten Minuten echt gut, beide Seiten gaben sich fleißig mühe und das Spiel war zunächst auch recht kurzweilig. Schnell stellte sich heraus, München konnte nicht und Bochum war einfach zu blöd. Vom Spielverlauf her (und mit ein wenig Grips) hätte es recht fix 2:0 oder 3:0 stehen müssen. Pustekuchen.

Zum Abpfiff der ersten Halbzeit gabs dann eine Mischung aus leichten Pfiffen und dezenter Anfeuerung.

Nun heißt es Eier zeigen… Denkste!

 

In der zweiten Halbzeit spielten die Hausherren dieselbe Scheisse runter die sie in der Saison davor kurz vor den Abstieg gebracht hat. Münchens Selbstbewusstsein wurde immer größer und Bochums Plan-, Ideen- und Mutlosigkeit auch. Und so stand es schnell drei zu null für die Gäste. Die Stimmung kippte jetzt ganz massiv. Selbst von den Gästen war kaum was zu hören. Erst gepöbel gegen die Löwen, und dann das volle Programm Richtung Trainer und einem heute erneut überfordert wirkenden Keeper und Kapitän.

Ich bin mir ziemlich sicher wären die Spieler nicht nach dem Abpfiff sofort in die Kurve gerannt wäre die Stimmung noch weiter gekippt… Wer gegen Bielefeld letzte Saison da war weiß wie das aussieht. Da hatten wir Trümmerhaufen 2.

 

Die Abreise verlief trotz des Spieles recht entspannt und Unterhaltsam. Laute Musik, Niveauloser Humor läuft! Trümmerhaufen 3 war ein in der Leitplanke geparkter BMW der uns knapp 45 Minuten Stau bescherte. Von dem Ding war nicht wirklich viel über…

 

Eine Kleinigkeit muss ich an der Stelle noch erwähnen (und jetzt wird’s politisch): die Bochumer Kurve setzte ein Zeichen gegen die Dumpfbacken von HoGeSa (anders kann man die ja schon gar nicht mehr nennen). Ich denke der Spruch „Gegen Stumpfsinn im Namen des Fußballs“ Dem möchte ich mich an der Stelle anschließen.


Und um die nervigen Nachfragen an der Stelle mal zu unterbinden, aus unserer Gruppe macht da keiner mit, hat auch keiner Interesse dran. 

 

Ivan

der verdammte Deal...

  Eine wichtige Sache im Vorwege: Wir sprechen nicht für eine Szene, sondern lediglich für Einzelpersonen. Natürlich müssen auch wir uns...