Nach einem Jahr (internet) Pause ist es mal wieder so weit das wir uns öffentlich melden müssen, der folgende Text stellt nicht die Meinung der Gruppe dar, verdient es jedoch durchaus mal durchgelesen zu werden.
Nach den Krawallen von Linken in Hamburg hat die Polizei teile von Hamburg zum Gefahrengebiet erklärt. Was bedeutet das?
Die Polizei hat nun Möglichkeiten um die sie von den Kollegen aus Russland, Nordkorea usw sicher beneidet werden. Konkret heisst das: willkürliche Platzverweise, Personenkontrollen, Festnahmen OHNE Aufsicht durch Richter, Politik oder sonst wen.
Klingt jetzt ein bisschen nach "trifft eh nur auf politische Extremisten zu" und genau da sind wir an der Stelle die das Ganze für uns "interessant" macht.
Denn jeder Fußballfan weiss genau das so was auch für uns gerne mal ins Auge gehen kann.
Es gibt keinerlei rechtliche Einschränkung sprich die Cops dürfen (theoretisch) auch jeden AufwärtsFan der durch das Gefahrengebiet stiefelt nach Hause schicken, Festnehmen oder sonst wie drangsalieren.
Wer die Hamburger Polizei kennt weiss das auch diese nicht immer (höflich ausgedrückt) mit Fingerspitzengefühl agiert.
Dennoch: Grundsätzlich ist der Schritt nachvollziehbar, wenn Kollegen in feige Hinterhalte gelockt werden um dann einen Pflastersein ins Gesicht geknallt zu bekommen.
ABER: Wir leben hier (theoretisch) in einer Demokratie die solch willkürliche Maßnahmen nicht möglich machen sollte.
Auch interessant: bisher gibt es keine zeitliche Begrenzung. Sprich sollte das Spiel beibehalten werden, werden wir zum Rückrundenbeginn erfahren was das auch für Fußballfans heisst.
Dadurch das ganz St. Pauli zum "Gefahrengebiet" erklärt wurde wird das zwangsläufig also auch in den Anreisebereich eben jeder Fans fallen die, auf welcher Seite auch immer, zum Millerntor pilgern.
Das allerschlimmste jedoch, was passiert wenn andere Städte dem Beispiel folgen? Nehmen wir mal rein fiktiv an die Polizei Dortmund erklärt den Bereich ums Westfalenstadion zum Gefahrengebiet und schickt deswegen alle Schalker wieder nach Hause. Möglich wäre das. Eine rechtliche Möglichkeit dagegen vorzugehen? Gibt es nicht. Denn wie oben erwähnt gibt es nur einen der den Gefahrenbereich definiert und kontrolliert und das ist die Polizei ganz alleine. Wer rechtlich fragwürdig agiert will schließlich nicht kontrolliert werden.
Wenn man diversen Medienberichten glaubt nutzt die Hamburger Polizei alle Möglichkeiten die sie hat und kontrolliert mit ganzen Hundertschaften im Gefahrenbereich Menschen. Ob Einwohner, Touri, Hooligan, Linker, Nazi, was weiß ich, scheiss egal!
Du läufst zur falschen Zeit durch die falsche Straße, wirst kontrolliert.... Hast vielleicht dann noch einen im Tee und wirst frech, schon findet man sich blitzschnell in der Zelle wieder, OHNE das ein Richter über deinen Aufenthalt dort darüber entscheiden muss.
Macht euch mal Gedanken über die Gesamtsituation und spinnt ein wenig weiter, am Ende werdet ihr sicher feststellen, das der Weg zu Verhältnissen wie wir sie sonst in Ägypten oder sonst wo finden relativ kurz ist.
Dennoch trägt (und Achtung hier wird's politisch) die Polizei an der Situation nicht alleine Schuld. Jeder sollte sich einmal Gedanken darüber machen ob er im Stadion, auf Demos oder sonst wo mit Menschen zusammen arbeiten möchte, die zwar immer wieder auf Missstände im Lande aufmerksam machen, sich aber auf der andern Seite in diversen Städten damit rühmen in Überzahl politisch andersdenkende zusammenzuschlagen, Autos abzufackeln, Steine zu schmeißen und eben Polizisten mit Pyro und Steinen eindeckt.
Von wem die Eskalation auf der Demo in Hamburg ausging wird sich letztendlich nie klären lassen, wer aber schon Steine, Hämmer, Fackeln in der Tasche hat wird wohl kaum zu einer friedlichen Demo gekommen sein oder?
Und auch wenn es in die linke "die andern sind immer Schuld" Logik nicht ganz passt: der erste Angriff auf die Polizei erfolgte Tage vor der Demo als Polizeiwagen entglast und abgefackelt wurden. Denkt drüber nach!
Am Ende kann man nur hoffen das die Polizei tatsächlich beweist das sie hier in einem demokratischen Rechtsstaat arbeitet und lässt Fingerspitzengefühl walten. Ansonsten werden wir sicher eine weitere Eskalation in Hamburg erleben und ausbaden müssen es am Ende alle die ins "Gefahrengebiet" reisen.
Mattes, Eddy, Ivan
Kleines Update:
Nach dem wir uns erfolgreich Aufgeregt haben (haha) wurde das Gefahrengebiet HH erst verkleinert dann ganz aufgelöst. Auch wenn das jetzt schon was her ist, verdient das ja hier durchaus eine kurze Randnotiz.
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Grundsätzlich ist eure Sorge ja auch irgendwie verständlich, aber ein Gefahrengebiet ist rechtlich nur in Hamburg möglich. Der Rest der Republik hat da Ruhe.
AntwortenLöschenTom